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Warum der Vertrieb im Maschinenbau immer häufiger zu spät ins Spiel kommt

Der Kunde beginnt seinen Kaufprozess lange vor dem ersten Vertriebsgespräch

Warum der Vertrieb im Maschinenbau immer häufiger zu spät ins Spiel kommt

Früher hatte der Vertrieb einen entscheidenden Vorteil:

Er hatte einen großen Teil der Informationen, die der Kunde für seine Entscheidung brauchte.

Wer eine technische Lösung suchte, sprach mit Herstellern und Lieferanten.

Der Vertriebsingenieur erklärte Möglichkeiten.

  1. Er stellte Fragen.
  2. Er empfahl Lösungen.
  3. Er schickte Unterlagen.
  4. Und er begleitete den Kunden durch einen großen Teil seines Entscheidungsprozesses.

Heute beginnt dieser Prozess häufig viel früher.

Und zwar ohne deinen Vertrieb.

Der Kunde wartet nicht mehr darauf, dass dein Vertrieb ihn informiert

Stell dir einen Konstrukteur vor, der eine neue technische Aufgabe lösen muss.

Vielleicht sucht er noch gar kein konkretes Produkt.

Er versucht zunächst zu verstehen:

  1. Was ist technisch möglich?
  2. Welche Lösungswege gibt es?
  3. Welche Vor- und Nachteile haben sie?
  4. Worauf muss ich bei der Auslegung achten?
  5. Welche Fehler sollte ich vermeiden?
  6. Welche Anbieter beschäftigen sich überhaupt mit diesem Thema?

Also beginnt er zu recherchieren.

  1. Er sucht bei Google.
  2. Er besucht Websites.
  3. Er liest Fachartikel.
  4. Er schaut sich Anwendungen und Referenzen an.
  5. Er nutzt LinkedIn.
  6. Und zunehmend stellt er seine Fragen auch ChatGPT, Claude oder Perplexity.

Zu diesem Zeitpunkt existiert für deinen Vertrieb möglicherweise noch nicht einmal eine Verkaufschance.

Aber im Kopf des potenziellen Kunden hat der Kaufprozess längst begonnen.

Bevor dein Vertrieb davon erfährt, entstehen bereits Favoriten

Und genau das ist für den Vertrieb entscheidend.

  1. Während der Kunde recherchiert, sammelt er nicht nur Informationen.
  2. Er bildet sich eine Meinung.
  3. Bei einem Unternehmen findet er nur Produktseiten und technische Daten.
  4. Bei einem anderen findet er einen Artikel, der genau seine Herausforderung beschreibt.
  5. Ein Anbieter erklärt unterschiedliche Lösungswege.
  6. Ein anderer zeigt eine vergleichbare Anwendung.
  7. Und wieder ein anderer beantwortet genau die technische Frage, die ihn gerade beschäftigt.

Was passiert?

Bestimmte Unternehmen werden für ihn relevant. Andere nicht.

Noch hat niemand ein Angebot abgegeben. Noch hat vielleicht kein Vertriebsgespräch stattgefunden. Und trotzdem beginnt bereits eine Vorauswahl.

Sichtbarkeit allein reicht dabei nicht

Das bedeutet allerdings nicht:

„Wir müssen einfach mehr Werbung machen.“

Und es bedeutet auch nicht:

„Wir brauchen mehr LinkedIn-Reichweite.“

Ein Konstrukteur interessiert sich nicht dafür, welches Unternehmen am lautesten kommuniziert.

Er interessiert sich für seine Aufgabe.

Deshalb lautet die entscheidende Frage:

Was findet dein potenzieller Kunde, wenn er nach einer Lösung für sein Problem sucht?

Findet er nur:

Produkte? Datenblätter? Unternehmensinformationen?

Oder findet er Wissen, das ihm bei seiner Entscheidung hilft? Denn genau dort beginnt Vertrauen.

Dein größter Wettbewerber ist vielleicht schon im Kopf des Kunden

Irgendwann wird aus der Recherche ein konkretes Projekt.

Jetzt braucht der Kunde einen Anbieter.

Und jetzt kommt dein Vertrieb ins Spiel.

Aber die Ausgangslage kann sehr unterschiedlich sein.

Situation 1

Der Kunde kennt dein Unternehmen kaum.

Dein Vertriebsmitarbeiter muss zunächst erklären:

Wer seid ihr?

Was könnt ihr?

Welche Erfahrungen habt ihr?

Warum sollte der Kunde euch vertrauen?

Situation 2

Der Kunde hat bereits mehrere hilfreiche Inhalte deines Unternehmens gelesen.

Er kennt eine ähnliche Anwendung.

Er hat einen deiner Experten auf LinkedIn gesehen.

Vielleicht hat ihm sogar ein Kollege einen eurer Fachartikel weitergeleitet.

Dann beginnt das erste Gespräch an einem völlig anderen Punkt.

Dein Vertrieb muss Vertrauen nicht mehr vollständig bei null aufbauen.

Und genau darin liegt heute ein großer Wettbewerbsvorteil.

Der Vertrieb hat deshalb nicht an Bedeutung verloren

Ganz im Gegenteil. Je komplexer und erklärungsbedürftiger eine technische Lösung ist, desto wichtiger bleiben persönliche Beratung, Erfahrung und Vertrauen.

Maschinenbau bleibt People Business.

Aber die Aufgabe des Vertriebs verändert sich. Früher konnte er einen großen Teil der Informationsvermittlung übernehmen. Heute informiert sich der Kunde über viele Fragen bereits selbst.

Deshalb müssen wir Vertrieb heute größer denken:

Vertrieb beginnt nicht erst mit dem ersten persönlichen Gespräch.

  1. Ein Fachartikel kann bereits Vertriebsarbeit leisten.
  2. Eine gute Anwendungsseite kann Vertriebsarbeit leisten.
  3. Ein Lerncenter kann Vertriebsarbeit leisten.
  4. Ein hilfreicher LinkedIn-Beitrag eines Experten kann Vertriebsarbeit leisten.

Nicht weil diese Dinge einen guten Vertriebsingenieur ersetzen. Sondern weil sie dafür sorgen können, dass dein Unternehmen bereits vor dem persönlichen Kontakt Kompetenz zeigt und Vertrauen aufbaut.

Das Wissen dafür sitzt häufig direkt neben deinem Vertrieb

Das Interessante daran:

Du musst dieses Wissen wahrscheinlich nicht erst einkaufen.

Es ist längst vorhanden.

In den Köpfen deiner Vertriebsingenieure.

In der Anwendungstechnik.

In der Konstruktion.

Im Service.

Dort werden jeden Tag Fragen beantwortet, die sich auch potenzielle Neukunden stellen.

Zum Beispiel:

  1. „Welche Lösung eignet sich für meine Anwendung?“
  2. „Worauf muss ich bei der Auslegung achten?“
  3. „Welche Alternative habe ich?“
  4. „Warum funktioniert Lösung A hier besser als Lösung B?“
  5. „Welche Fehler sehen Sie in der Praxis immer wieder?“
  6. „Was müssen wir berücksichtigen, bevor wir uns entscheiden?“

Genau dieses Wissen kann dafür sorgen, dass dein Unternehmen früher im Kaufprozess relevant wird.

Das verändert auch die Zusammenarbeit von Marketing und Vertrieb

Hier liegt für viele Maschinenbauunternehmen eine große Chance.

Marketing und Vertrieb dürfen nicht zwei getrennte Welten sein.

Marketing braucht die Fragen und Erfahrungen aus dem Vertrieb.

Der Vertrieb braucht Inhalte, die ihm helfen, diese Fragen auch außerhalb des persönlichen Gesprächs zu beantworten.

So entsteht ein Kreislauf:

Kundenfragen → Expertenwissen → hilfreiche Inhalte → Sichtbarkeit → Vertrauen → Vertriebsgespräch → neue Kundenfragen

Der Vertrieb liefert also nicht nur Leads an Marketing oder wartet auf Leads vom Marketing.

Sein Wissen wird selbst zu einem Teil der digitalen Neukundengewinnung.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht: Wie bekommen wir früher einen Termin?

Natürlich braucht dein Vertrieb Termine.

Aber vielleicht müssen wir noch einen Schritt früher ansetzen.

Die entscheidende Frage lautet:

Wie schaffen wir es, bereits relevant zu sein, während sich unser potenzieller Kunde informiert?

Denn wenn dein Unternehmen erst sichtbar wird, wenn der Kunde ein Angebot benötigt, kann ein Teil der Entscheidung bereits gefallen sein.

Wenn dein Wissen dagegen schon vorher hilft, entsteht eine völlig andere Ausgangssituation.

Der Kunde kennt euch.

Er hat eure Kompetenz erlebt.

Er hat möglicherweise bereits Vertrauen aufgebaut.

Und dein Vertrieb beginnt das erste Gespräch nicht mehr bei null.

Wie kann dein Vertrieb früher im Kaufprozess relevant werden?

Genau darum geht es im nächsten Schritt.

Nicht darum, deine Vertriebsingenieure zu Content-Produzenten zu machen.

Und auch nicht darum, jeden Tag auf LinkedIn zu posten.

Sondern darum, das Wissen, das dein Vertrieb und deine technischen Experten ohnehin besitzen, systematisch für die Neukundengewinnung nutzbar zu machen.

→ Wie dein Expertenwissen zum Werkzeug für den Vertrieb wird